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Rotmilan (Milvus milvus)

Länge: 60-73 cm
Flügelspannweite: 154-170 cm
Gewicht: 870-1390 g

Brutbestand Deutschland: ca. 11.800 Paare.
Brutbestand Europa: im Mittel ca. 21.200 Paare (=weltweiter Gesamtbestand!).

Das weltweite Verbreitungsgebiet des Rotmilans ist auffallend klein und umfasst neben Deutschland vor allem weite Teile der iberischen Halbinsel, Frankreichs sowie Polens. In Deutschland leben über 50% der Weltpopulation des Rotmilans.

Sie erkennen diese Art ganz leicht an ihrem langen, tief gegabelten Schwanz und der insgesamt rostroten Färbung. Weitere Kennzeichen sind die ausgedehnt weißlichen Bereiche auf der Unterseite des Handflügels (=innerer Teil der äußeren Flügelhälfte) sowie der ebenfalls weißlich abgesetzte Kopf. Rotmilane sind aufgrund ihrer extremen Proportionen deutlich größer als Mäusebussarde, aber nur unwesentlich schwerer. Groß gewachsene Weibchen erreichen die Flügelspannweite des Fischadlers.

Der Rotmilan ist ein ausgezeichneter Segelflieger und legt mit dieser Energie sparenden Flugweise täglich weite Strecken auf der Suche nach Nahrung zurück. In puncto Ernährung ist er sehr vielseitig: Von Kleinsäugern über kleine bis mittelgroße Vögel (häufig verletzte oder geschwächte) bis hin zu Fleischabfällen und Aas reicht sein Beutespektrum. Gelegentlich jagt er auch anderen Greifvögeln ihre Nahrung ab.

Wie auch ihre nahen Verwandten, die Schwarzmilane, sind Rotmilane außerhalb der Brutzeit recht gesellig und bilden zum Teil ortstreue Schlafplatzgemeinschaften mit bis zu 1000 Tieren.

Der Rotmilan "im Volksmund" auch Gabelweihe genannt wird: Wie sein naher Verwandter, der Schwarzmilan, ist der Rotmilan Baumbrüter. Beide Arten tragen gern Lumpen, Plastikreste, Bindegarn u.ä. zusammen und verbauen dieses Material im Horst, woran man die Bauwerke i.d.R. erkennen kann. Die Vertreter einer anderen Greifvogelgruppe, der Weihen, von denen in Deutschland Rohr-, Korn-, Wiesen- und (selten) Steppenweihe vorkommen, sind in der Tat Bodenbrüter. Da nun in der Bezeichnung "Gabelweihe" das Wort Weihe enthalten ist, kann es wohl zu dem Missverständnis kommen, dass der Rotmilan Bodenbrüter sei...

Die mitteleuropäischen Brutvögel sind vornehmlich Zugvögel und überwintern meist in Südwesteuropa. Einzelne Exemplare können im Winter allerdings auch bei uns, zum Beispiel im Einzugsbereich von Mülldeponien, beobachtet werden. Normalerweise ist die Art in Deutschland etwa zwischen März und Oktober zu beobachten.





Links zum Rotmilan

Vogel des Jahres 2000
Der NABU hat den Rotmilan zum "Vogel des Jahres 2000" gekürt. Mit dieser Wahl macht der NABU auf die Probleme der landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft aufmerksam.
www.rotmilan.de
www.vogel-des-jahres.de